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Der Engel und der Hirtenjunge

 

 

Unter den vielen großen herrlichen Engeln, die den Hirten auf dem Feld in der Weihnachtsnacht die Frohe Botschaft brachten, befand sich auch ein ganz kleiner. Eigentlich war er noch viel zu klein für die weite Reise. Seine großen Brüder und Schwestern hatten ihn deshalb gar nicht mitnehmen wollen.

„Du hast noch nie in unserem Chor mitgesungen“, hatten sie gesagt. „Du spielst kein einziges Instrument. Und den Text der Frohen Botschaft bringst du immer durcheinander.“

Der kleine Engel hatte oben im Himmel nicht zu widersprechen gewagt, aber aufgegeben hatte er nicht. Er wollte unbedingt mit nach Bethlehem. Und weil er ein ziemlich schlauer kleiner Engel war, gelang es ihm, sich beim Aufbruch seiner großen Brüder und Schwestern zwischen den weiten weißen Gewändern und im Rauschen der goldenen Flügel zu verstecken. So flog er mit auf die Erde.

Sobald er festen Boden unter den Füßen hatte, hüpfte er vergnügt über die Wiese, auf der er gelandet war. Neugierig sah er sich um.

„Aha, das sind also die Schafe!“, rief er entzückt. „Das sind die Hirten! Und das schiefe Häuschen da hinten ist bestimmt der Stall! Da kann ich sicher gleich das Jesuskind anschauen.“ Seine großen Schwestern und Brüder waren nicht sehr erfreut, als sie den kleinen Engel entdeckten. Und dass er so neugierig war und so viel plapperte, gefiel ihnen erst recht nicht.

Der Erzengel Michael nahm ihn beiseite und legte den Finger über die Lippen. „Schscht!“, machte er. „Wenn du schon nicht singen und musizieren und die Frohe Botschaft verkünden kannst wie wir, dann sei wenigstens ruhig!“

Der kleine Engel gehorchte. Er setzte sich zwischen die Schafe und war mucksmäuschenstill. Während die anderen auf ihren Instrumenten spielten und ihre wunderbaren Lieder sangen, gab er keinen Ton von sich. Und bei der Verkündigung der Frohen Botschaft bewegte er nur lautlos die Lippen.

Erst als die Hirten sich auf den Weg zur Krippe machten, wurde er wieder munter. Er wollte sofort hinter ihnen her und das Jesuskind sehen. Außerdem wollte er Maria und Josef die Hand geben. Und den Ochsen und den Esel streicheln.

Der Erzengel Michael erwischte ihn gerade noch rechtzeitig am Ärmel. „Nein, du bleibst hier!“, sagt er streng. „Ich habe eine Aufgabe für dich.“

Der jüngste der Hirten, ein neunjähriger Junge, war nämlich vom Musizieren der Engel und von der Verkündigung der Frohen Botschaft nicht aufgewacht. Er lag noch zwischen den Schafen und schlief.

„Bei ihm bleibst du sitzen!“ bestimmte der Erzengel. „Er ist noch ein Kind und soll sich ausruhen. Wenn er aufwacht, erzählst du ihm, was geschehen ist, und führst ihn zum Stall.“

Der kleine Engel war froh und stolz, dass er nun eine richtige Aufgabe hatte. „Ist gut!“, sagte er. „Du kannst dich auf mich verlassen. Und den Heimweg finde ich auch.“ Während seine großen Brüder und Schwestern in den Himmel zurückkehrten, setzte er sich neben den Hirtenknaben und wartete.

Er wartete lange Zeit. Der Morgen graute schon, als der Junge endlich die Augen aufschlug. Als er den kleinen Engel an seiner Seite erblickte, war er zwar ziemlich überrascht, aber kein bisschen erschrocken. „Wer bist du denn?“, rief der Junge. „Ein großer Schmetterling vielleicht? Ist der Frühling schon da?“

„Ich bin kein Schmetterling“, antwortete der kleine Engel. „Und wir haben erst Ende Dezember. Aber in der letzten Nacht wurde dein König und Heiland geboren. Er heißt Jesus und liegt dahinten im Stall zwischen Ochs und Esel in einer Krippe. Ich bin ein Engel und soll dich hinbringen.“

Sofort sprang der Junge auf und reichte dem kleinen Engel die Hand. Zusammen machten sie sich auf den Weg. Einer war so fröhlich und neugierig wie der andere.

 

 

Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Böhmfeld

Samstag 18.00 Uhr; Sonntag 9.30 Uhr
in den Ferien Sonntag 9 Uhr, 10.15 Uhr im Wechsel mit Hitzhofen und Hofstetten

Pfarrbüro

Öffnungszeiten:
Dienstag 9 bis 10 Uhr
Mittwoch 9 bis 12 Uhr, 17 bis 18 Uhr